Energiespartipp: Dachgeschossdecken sind häufig Energieschleudern


Foto: Isover / Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel  e. V., München

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) stellt sowohl für Neu- als auch Altbauten erhöhte Anforderungen an den Wärmeschutz. So schreibt sie auch vor, dass zugängliche, nicht begehbare oberste Geschossdecken mit einer Dämmschicht versehen sein müssen. Gemäß EnEV darf der so genannte Wärmedurchgangskoeffizient "U" der Geschossdecke den Wert von 0,24 W/(m²K) nicht überschreiten. Der U-Wert gibt die Energiemenge an, die in einer Sekunde durch eine Fläche von einen Quadratmeter fließt, wenn sich die beidseits der Fläche herrschenden Lufttemperaturen um ein Kelvin (ein Grad Celsius) unterscheiden.

Unabhängig von den gesetzlichen Bestimmungen ist es aber für alle Eigentümer von Altbauten empfehlenswert, den Wärmeschutz der Dachgeschossdecke zu überprüfen. Denn gerade hier können auf einfache und kostengünstige Weise die Heizkosten deutlich reduziert werden. "Ungedämmt erweisen sich oberste Geschossdecken als wahre Energieschleudern", erklärt Rolf-Peter Weule, Energie-Fachberater im Baustoff-Fachhandel. "Jeder ungedämmte Quadratmeter Betondecke 'frisst' rund 10,3 Liter Heizöl im Jahr. Durch optimale Dämmung reduziert sich der Verbrauch auf etwa 1,1 Liter pro Quadratmeter", so Weule. Die Kostenersparnis bei 100 Quadratmetern Dachgeschossfläche beträgt damit jährlich circa 506 Euro.

Auf die Nutzungsart kommt es an

Wird der Dachraum in absehbarer Zeit nicht als Wohnraum genutzt, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke eine sehr kostengünstige Lösung. "Wenn der Dachraum nur sporadisch betreten wird, reichen ein schnell ausgelegter Rollfilz oder preiswerte Dachboden-Dämmplatten", weiß Rolf-Peter Weule. "Soll das Dachgeschoss nach der Dämmung zum Beispiel als Lagerraum genutzt werden, sind druckfeste Bodendämmplatten aus Polystyrol oder Mineralwolle die ideale Unterlage. Sie sorgen neben hervorragender Wärmedämmung auch noch für Trittschallschutz." Neben der Energieeinsparung bewirkt eine nachhaltige Dämmung der obersten Geschossdecke auch eine spürbare Verbesserung des Wohnkomforts in den angrenzenden Räumen. Außerdem schützt sie die Bausubstanz und erzielt damit eine Wertsteigerung des Wohnobjekts.

Gute Gründe für energetische Modernisierung

Bis Ende 2011 muss die oberste begehbare Geschossdecke oder das Dach darüber eine Wärmedämmung erhalten. Auch Eigentümer von älteren Gebäuden, die keine Modernisierung planen, müssen also teilweise ihre Gebäude energetisch aufbessern. Ebenso spricht die staatliche Förderung für eine Dämmung der obersten Geschossdecke. Sie ist entweder als Einzelmaßnahme durch die KfW-Förderbank förderfähig oder als Teil einer umfassenden Modernisierung. Zu den verschiedenen Dämmvarianten können sich Modernisierer bei uns fachkundig beraten lassen.

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